Götzendienst
Arbeiten heißt Auto fahren,
ohne Auto keinen Job
und seit über zwanzig Jahren
rasen Schumi und der Mob.
Eine Woche eifrig schuften
für ein schön poliertes Blech.
Städte die nach Diesel duften,
Kinder haben eben Pech.
Viel Vergnügen, wenig Freude
und das Öl wird langsam knapp.
Doch es schreit die blöde Meute:
lasst uns rasen bis ins Grab.
Dummheit ist ein Menschenrecht
und Vernunft wird nicht befohlen.
Ohne Auto geht’s dir schlecht,
mir geht’s gut auf eignen Sohlen.
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Mobilität
Vollgestopft sind alle Straßen
mit Blechgerät, mit Menschen nicht.
Selbst in den engsten Altstadtgassen
ist Auto fahren Bürgerpflicht.
Für diese Freude geben alle
den Bonzen ihren ganzen Lohn. Sie sind das Nutzvieh um zu zahlen
der Herren Freiheit von der Fron.
Sie müssen diese Herren mästen,
wer arm an Geist ist, braucht mehr Geld. Sie leben gerne von den Resten,
die Wirtschaftskraft ist das was zählt.
So stinken sie voll Langeweile
in Blech gewandet durch die Stadt
und ärgern sich, dass ihre Eile
im Stau ein jähes Ende hat.
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