Besitz
Fröhlich sammelt Mensch sich Habe,
wähnt sich stolz in Sicherheit,
sieht Besitz als seine Nabe,
dreht sich um, erblasst vor Neid
weil der Nachbar noch mehr hat.
Eigentum macht nimmer satt.
Zeit türmt hoch und höher Güter,
voll sind Schränke, Kästen, Laden.
Nur für Dinge ist Mensch Hüter,
sammeln heißt der rote Faden.
Von der Wiege bis ins Grab:
sammle viel, gib wenig ab.
Was der ganze Tand zerdrückte
weiß nur jener zu berichten
den das Los mit Not beglückte
und der lernte zu verzichten.
Wer nichts zu verlieren hat
wird von Luft und Liebe satt.
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Ruhrgebiet
Geschlossen sind die tausend Zechen,
die Schlote qualmen heut‘ nicht mehr.
Wo alte Ideale brechen
scheint die Zukunft öd und leer.
Doch in jedem Untergang
steckt zugleich ein Neuanfang.
Kultur schloss manche tiefe Wunde,
es glitzert bunt die neue Zeit.
Auch diesem Neuen schlägt die Stunde,
seid zum Wandel stets bereit,
denn in jedem Neuanfang
lauert schon der Untergang.
Städte wachsen und zerfallen,
Veränderung heißt wirklich leben.
Wo Menschen sich zusammenballen
müssen sie nach Wandel streben.
Stillstand führt zum Untergang,
zwingt den Mensch zum Neuanfang.
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